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Neuigkeiten
05 September 2019

Wyn Masters über E-Bike Rennen

Wyn Masters – auch bekannt als Experte für Fun und Fahrspaß auf dem MTB – hat seinem Lebenslauf kürzlich ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Er hat bei der Erstauflage der UCI E-MTB Weltmeisterschaft teilgenommen und die Medaille für den meisten Spaß im Rennen gewonnen!

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Dabei war es gar nicht so einfach, Wyn an den Start zu bekommen. Im Leben eines Mr. Wyn Masters gibt es kaum so etwas wie freie Zeit – seine Saison besteht nahezu durchweg aus Reisen um den gesamten Erdball, um an Enduro World Series und Downhill Weltcup Rennen teilzunehmen. Ganz zu schweigen davon, dass er nebenbei noch seine YouTube Serie „Wyn Tv“ herausgibt.

Im Vorfeld waren die Informationen über die E-MTB Weltmeisterschaften eher unklar und lückenhaft, aber die Idee eines solchen Rennens hörte sich nach viel Spaß an und so wusste Wyn von Anfang an, dass er auf jeden Fall dabei sein musste. Zwei Wochen vor dem Rennen – Wyn kurierte gerade eine kürzlich gebrochene Rippe aus – war er in Whistler beim Crankworx. Die Woche darauf nahm er am Northstar EWS Rennen auf den Geröll-lastigen, trockenen und staubigen Trails in Nordkalifornien teil. Da die E-MTB Weltmeisterschaften schon am darauffolgenden Mittwoch, also nur wenige Tage später eröffnet wurden, hatte Wyn kaum Gelegenheit, sich auf das Rennen vorzubereiten. Ein Reisetag beraubte ihn der Möglichkeit, am Montag auf dem Rennkurs Erfahrung zu sammeln, sodass jetzt nur noch wenige Möglichkeiten blieben, sich vor dem Rennen mit der Strecke bekannt zu machen. Immerhin hatte er zuvor ja überhaupt erst wenige Male auf einem E-Mountainbike gesessen – geschweige denn Rennen damit absolviert.

Bike power was maxed out at 250 watts and motors were set to stop assisting racers at 25kph.

 

Doch der Reisetag erwies sich als völlig missraten – Flugverspätungen, verpasste Verbindungen und eine Nacht im Flugzeug führten dazu, dass Wyn auch die zweite Trainings-Session auf dem E-MTB WM-Kurs am Dienstag verpasste. Für die WM-Teilnahme mussten alle Bikes – auch die SHIMANO STEPS E-Bikes – vor dem Rennen exakt auf die maximale Unterstützungsgeschwindigkeit von 25 km/h eingestellt werden – und kurz vor Ende der letzten echten Trainings-Session hatten wir immer noch weder Wyn noch sein GT E-MTB zu Gesicht bekommen. Endlich traf spät am Tag dann die Nachricht ein, dass Wyn in Mount Saint Anne angekommen war – ebenso wie sein Bike. Doch es gab ein Problem: Wie sich zeigte, wurde das Rad, auf dem Wyn am Rennen teilnehmen sollte, ohne Akku geliefert. Eigentlich keine große Sache, schließlich waren wir mit unserem kompletten SHIMANO Truck als Support vor Ort. Nur ist der Akku, den GT in diesem Bike verbaut, ein brandneues Modell und wir hatten bislang noch keine solchen Akkus für unseren Support-Bestand erhalten. Das Rennen am nächsten Tag vor Augen, prüften wir verschiedenste Optionen – ohne Erfolg. Doch zum Glück ergab sich schließlich eine Last-Minute-Lösung und ein passender Akku kam gerade noch rechtzeitig an, um es in die finale Inspektion eine Stunde vor dem Rennen zu schaffen. Doch schon zeigte sich die nächste Herausforderung: Der Akku war nicht geladen. Hektisch bemühte sich die Crew, so schnell wie möglich so viel Energie wie möglich in den Akku zu bekommen und Wyn auf die Strecke zu schicken. So blieb ihm am Ende nur eine einzige Probe-Runde auf dem sehr anspruchsvollen Kurs. Aber einen Kerl wie Wyn haut so schnell nichts um. Er nahm es einfach wie es kam und war am Ende nur noch happy, dass er letztlich ein Bike für das Rennen unter dem Hintern hatte.

There was plenty of climbing on the 6km course.

 

So war Wyn zwar froh, überhaupt am Start zu stehen, doch stand er auch relativ weit weg von der Startlinie, hinten im Feld. Und wenngleich er ein gut trainierter Athlet ist, galt es doch, gegen einige Weltklasse-Cross-Country-Fahrer anzutreten. Und das, ohne den Kurs wirklich zu kennen oder auch nur rudimentäre E-MTB-Erfahrung mitzubringen. Doch in seiner typischen Art ging er auch dieses Rennen mit Enthusiasmus und Begeisterung an.

„Ich war einigermaßen relaxed, weil ich keinen echten Druck hatte. Ich konnte einfach schauen, was passiert und entsprechend reagieren. Aber trotzdem hätte ich mir natürlich gewünscht, mehr als nur eine Runde Erfahrung mit an den Start gebracht zu haben.“

Im weiteren Rennverlauf unternahm Wyn sein Möglichstes, um sich im Feld nach vorne zu arbeiten, aber diese Art Rennen zu fahren, war nicht gerade das, wofür er trainiert hatte und so merkte er schnell, dass er in den längeren Anstiegen ans Limit kam. Dennoch verbesserte er mit jeder Runde seine Durchgangszeiten und fand dabei noch die Zeit und die Luft, das Publikum mit seinem unnachahmlichen Fahrstil und speziellen Einlagen zu unterhalten.

Of course Wyn was going to get rad along the way.

 

„ Ich habe ungefähr zwei Runden gebraucht, um herauszufinden, wie man ein E-Mountainbike richtig fährt, und um die beste Linie auf dem Kurs zu finden. Schon früh im Rennen wurde mir klar, dass es mit einer Top-10 Platzierung wohl nichts werden wird. Also versuchte ich einfach, möglichst viel Spaß zu haben. Natürlich habe ich trotzdem 100% gegeben – ich meine, es war ja immerhin ein Rennen. Und nach ungefähr der Hälfte der Distanz war ich auch ziemlich durch. Aber dann habe ich meinen Rhythmus gefunden und bin gegen Ende immer schnellere Rundenzeiten gefahren.“ 

Auf den letzten Runden hatte Wyn dann den Dreh raus und konnte auf der Schlussrunde sogar noch zahlreiche Kontrahenten überholen. Einen Mitstreiter bezwang er wenige Kurven vor der Ziellinie. „Ich lieferte mir ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit einem Franzosen, aber dank meiner 4Cross-Erfahrung konnte ich mich mit einem leichten Ellenbogenkontakt durchsetzen und vorbeiziehen.“ Im Finish hatte Wyn dann sogar noch so viel Luft, dass er die Ziellinie mit einem einhändigen Wheelie überquerte – definitiv der einzige Teilnehmer, dem dieses Kunststück gelang.

Vor und nach dem Rennen verbrachten mehrere auf den E-MTB-Bereich spezialisierte SHIMANO Ingenieure Zeit mit Wyn und befragten ihn zu seinen Einsichten in das Thema E-MTB Rennen. Dinge im echten Renn-Einsatz auf Herz und Nieren zu prüfen, ist definitiv der beste Weg, um herauszufinden, was gut funktioniert und wo ggf. noch Verbesserungspotenziale lauern. Vier Runden auf diesem anspruchsvollen Kurs waren dafür auf jeden Fall ein guter Ausgangspunkt. Besonders wertvoll war Wyns Feedback aber gerade weil er bislang nur wenig Erfahrung mit E-Mountainbikes gesammelt hatte, aber als erfahrener Mountainbike-Profi trotzdem auf diesen vier harten Runden genau herausarbeiten konnte, was wichtig ist. So nahmen Wyn und die SHIMANO Ingenieure aus diesem WM-Rennen unglaublich viele und wertvolle Erkenntnisse mit. Man darf davon ausgehen, dass beide Seiten die Lehren daraus schon in den nächsten E-MTB-Rennen eindrucksvoll umsetzen werden.

Shimano Engineers from around the World chat with Wyn for his feedback.

 

Ein paar finale Gedanken von Wyn:

„Jedes Fahrrad macht Spaß. Und wenn die E-Bike Racing Szene wächst, werde ich garantiert mehr in diesem Bereich machen. Ich mache ja irgendwie alles ein bisschen und wenn die E-Bike-Sache so weiter wächst und Spaß verspricht, bin ich dabei.“

„E-Bike-Rennen sind noch so neu. Und keiner weiß im Momente genau, wo die Reise hingeht oder welches das beste Setup ist. Aber es ist gut, von Anfang an dabei zu sein.“

„Ich denke, E-Bikes haben sich etabliert und längst durchgesetzt. Warum also sollten wir sie nicht voll annehmen? Ich weiß, dass manche Menschen immer noch denken, E-Biken sei ein bisschen wie betrügen. Aber ich lade jeden ein, mit mir und meinem Bruder auf eine E-Bike-Tour zu kommen und zu sehen, ob er an uns dran bleiben kann, wenn er glaubt, E-Biken sei so leicht.“

WynWheelie

 

Gedanken zum WM-Kurs:

„Der größte Teil der Strecke war ziemlich gut. Ich hätte mir ein paar mehr technische Anstiege anstatt der langen Schotter-Bergauf-Passagen gewünscht, damit die Streckencharakteristik auch den technisch versierten Fahrern gerechter wird. Ich habe gehört, wie der Sieger gesagt hat, es sei eines der anstrengendsten Rennen des Jahres für ihn gewesen.“ Und Wyn erklärt: „Durch den größeren Federweg der Bikes sind die Geschwindigkeiten bergab viel höher, sodass es auch im Downhill voll zur Sache geht und man keine Sekunde zum Verschnaufen hat. In gewisser Weise kann man sagen, dass E-Bike-Rennen dadurch sogar körperlich anstrengender sind als normale Cross-Country-Rennen.“